Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist ein signifikanter und anhaltender Rückgang der DDR4-Preise vor Ende 2026 oder Anfang 2027 unwahrscheinlich, und das Preisniveau dürfte insgesamt strukturell höher bleiben als das vor 2024 beobachtete. Die DDR4-Preise könnten im Jahr 2026 geringfügige Korrekturen bei den Spotpreisen erfahren, während die Vertragspreise bis zum zweiten Quartal 2026 weiter ansteigen dürften. Der Zeitpunkt und das Ausmaß einer breiteren Preisumkehr bleiben jedoch ungewiss.
Warum es unwahrscheinlich ist, dass die DDR4-Preise im Jahr 2026 einbrechen werden
DDR4 hat in den letzten 12 Monaten einen beispiellosen Preisanstieg erlebt, wobei einige SKUs gegenüber den Tiefstständen von 2024 um über 2,200% gestiegen sind. Trotz dieses dramatischen Preisanstiegs ist es unwahrscheinlich, dass die DDR4-Preise im Jahr 2026 deutlich sinken werden. Diese Aussichten sind in erster Linie auf die folgenden vier Schlüsselfaktoren zurückzuführen.
Auslaufen der Produktion
Alle drei großen DRAM-Hersteller (Samsung, SK Hynix, Micron) verlagern ständig Kapazitäten von DDR4 auf HBM und DDR5. Micron kündigte an, dass sich DDR4 im “Countdown zur Abschaltung” befindet und die Lieferungen in den nächsten 6-9 Monaten zurückgehen werden. Bis Ende 2026 könnte die DDR4-Kapazität nur noch 20-25% des Niveaus von 2024 betragen. Daraus ergibt sich ein Paradoxon: DDR4 als “altes” Produkt wird aufgrund der Knappheit trotz sinkender Nachfrage teurer.
AI-Nachfrage
Es wird erwartet, dass KI-Rechenzentren bis 2026 etwa 70% der weltweiten Speicherchip-Produktion verbrauchen werden. Für die HBM-Produktion werden dieselben Produktionsstätten/Prozesse wie für Consumer-DRAM verwendet, was zu einem Nullsummenspiel bei der Kapazität führt. Entscheidend ist, dass 1 GB HBM dreimal mehr Wafer-Ressourcen verbraucht als herkömmliches DDR5, was die Versorgungsengpässe für alle Consumer-Speicher verschärft. Server-DRAM, insbesondere DDR5, hat Vorrang, so dass DDR4-Speicher für Verbraucher nur begrenzt verfügbar ist.
Oligopol Preissetzungsmacht
Drei Unternehmen kontrollieren 95% der weltweiten DRAM-Produktion: Samsung, SK Hynix und Micron. Und die Hersteller üben jetzt Preisdisziplin, um frühere Boom-Bust-Zyklen zu vermeiden, wobei das Wachstum der Investitionsausgaben auf 14% im Jahr 2026 begrenzt ist (gegenüber 30-50% in früheren Expansionsphasen). Dieser kontrollierte Kapazitätsausbau verhindert ein Überangebot, das in der Regel zu Preiseinbrüchen führt.
Anhaltende Nachfrage aus Altsystemen
Es bleibt eine große installierte Basis von DDR4-Plattformen: Intel 10th-12th Gen, AMD AM4, industrielle/eingebettete Systeme und Automobilanwendungen. Diese Systeme müssen nach wie vor aufgerüstet bzw. ersetzt werden, so dass trotz der Umstellung auf DDR5 eine stetige Nachfrage besteht. Der Automobil- und Industriesektor verlässt sich aufgrund der langen Qualifizierungszyklen, die 18 bis 24 Monate dauern können, weiterhin auf DDR4, so dass die Nachfrage auch nach der Umstellung auf den Verbrauchermarkt bestehen bleibt.
Wann werden die DDR4-Preise endlich deutlich sinken?
Obwohl einige Preisanpassungen zu erwarten sind, bleibt die Wahrscheinlichkeit eines drastischen Absturzes der DDR4-Preise angesichts der strukturellen Stärke der KI-getriebenen Nachfrage, des vorsichtigen Vorgehens der Hersteller bei der Kapazitätserweiterung und der Umverteilung der Produktionsressourcen hin zu margenstarken Speicherchips gering. Im Folgenden finden Sie die Prognose der Analysten für die Preisentwicklung von DDR4.
- Ende 2026: Möglicherweise eine leichte Entlastung, da neue DDR5-Kapazitäten in Betrieb genommen werden und sich dadurch die Engpässe bei der Speicherversorgung insgesamt verringern.
- 2027: Die Preise werden sich wahrscheinlich auf einem hohen Niveau stabilisieren und im Laufe des Jahres allmählich nachgeben.
- 2028+: Deutlichere Normalisierung, aber die Preise werden 60-100% über dem Niveau von 2024 bleiben.





